AG-Bericht 2026 Raumfahrt
Mission: ASL26-RAK01 – Zeit: 06.08.2026, 15:10 Uhr – Ort: MCC Houston
Die Fördermittel sind bewilligt, private Investoren haben Geld bereitgestellt und das Missionsziel ist formuliert:
Wir wollen eine Sonde zum Jupitermond Europa senden. Was braucht es noch bis zum Start? Welche Vorarbeitwurde in der Geschichte der Raumfahrt bislang geleistet? Und wenn es um die Details geht: Welche grundlegenden Berechnungen sind erforderlich, um unsere Sonde auf ihren Weg zu schicken? Diese und viele weitere spannende Fragen versuchte die Raumfahrt-AG dieses Jahr zu beantworten.Am ersten Tag ging es um grundlegende Voraussetzungen der Raumfahrt (z. B. Infrastruktur, Fachkräfte, politischer Wille, viel Geld), bevor wir uns einen kleinen Überblick über die wichtigsten Etappen der Raumfahrt verschafften, von Sputnik 1957 uber das Apollo-Programm zum Mond bis zur Erforschung des Mars heute. Zu unterscheiden sind hierbei der kommerzielle, der wissenschaftliche und der operationale Missionstyp, wobei die Grenzen fließend verlaufen. Beispiele dafur sind zum einen Telekommunikation, zum anderen Forschung und zum dritten Erdbeobachtung oder militärische Zwecke. Ist das Missionsziel festgelegt, gibt es verschiedene Antriebsarten fur Raketen, um das Material ins All zu befördern: Fester Treibstoff zeichnet sich durch seine simple Lagerung in der Rakete aus, ist allerdings ziemlich schwer, toxisch und seine Verbrennung im Triebwerk nicht kontrollierbar. Daher wird dieser Typ vor allem für Booster eingesetzt. Flüssiger Treibstoff hingegen besteht aus zwei in separaten Tanks gelagerten Komponenten (Brennstoff und Oxydizer), die im Triebwerk kontrolliert gemischt werden.Neben diesen technischen Aspekten lernten wir, die maximale Geschwindigkeit einer Rakete in Abhängigkeitdes Gewichts zu bestimmen, und berechneten, dass fur eine Single-stage-to-orbit-Rakete die Tagesleistung von etwa vier Kraftwerken Weißweiler aufgebracht werden muss. Im Fokus von Tag zwei standen Satelliten mit ihrem Aufbau und ihren vielfältigen Funktionen. Zu nennensind u. a. Wetterbeobachtung, Kommunikation, Forschung und GNSS-Navigation. Mathematisch interessant wurde es mit der Vis-Viva-Gleichung zur Berechnung von Orbits. Wir erfuhren auch, welche davon rund um die Erde existieren, z. B. die highly elliptical orbits, von denen acht ausreichen, um die komplette Erdoberfläche abzudecken. Abschließend wurde das Drei-Körper-Problem angerissen und wir lernten etwas über die Lagrangepunkte. Unsere kreative Ader konnten wir am dritten Tag ausleben. In Kleingruppen entwickelten wir die grobe Struktur verschiedener Missionen wie beispielsweise des Baus einer Raumstation in der Nähe eines Jupitermondes oder der Kolonialisation des Mars. Welche Auswirkungen die Raumfahrt auf Mensch und Umwelt haben, war Thema an Tag vier. Schlechte Nachrichten gab es rund um Umweltfolgen. Raketenbau und -flug setzen Unmengen an Treibhausgasen frei, zudem gelangen Überreste von abgestürzten Testflügen oder bewusst abgesprengte Raketenteile in die Natur. In Bezug auf unsere Astronaut*innen lässt sich gut zusammenfassen, dass so ziemlich alles, was wir im Weltraum finden, uns irgendwie umbringen kann, seien es Vakuum, Strahlung oder Weltraumschrott. Zu schaffen machen den Menschen des Weiteren Isolation und die Effekte der Schwerelosigkeit wie zum Beispiel Muskel- und Knochenabbau oder die Verlagerung des Blutes von den Extremitäten in den Kopf. Zum Gluck wird inzwischen stark auf sportliche Betätigung auf bemannten Missionen geachtet, sodass Raumfahrer*innen täglich etwa zwei Stunden auf Laufband, Fahrradergometer oder mit vakuumbetriebenen Kraftgeräten verbringen. Trotz alldem hat der menschliche Entdeckergeist in den vergangen Jahrzehnten viel Spannendes im Weltraum entdeckt, sei es beim ersten bemannten Raumflug Wostok 1 mit Juri Gagarin, den Voyager-Mission zur Erkundung von Jupiter und Objekten außerhalb der Heliosphäre oder dem Apollo-Programm. Und es gibt nochso vieles zu entdecken. Wer weiß, was wir im Rahmen des VaMEx-Projekts (Valles Marineris Explorer) über diese riesige Schlucht auf dem Mars herausfinden?
