Praktische Astronomie

Leiter: Jan

Galaxien, Sternhaufen, Quasare, Planetarische Nebel oder die Planeten des Sonnensystems verbergen am Sternhimmel. Da wir ja leider noch nicht dort hin fliegen können, müssen wir von der Erde (oder der Erdumlaufbahn) aus mit Teleskopen nach den Sternen greifen. Nicht jeder hat ein VLT im Garten stehen, doch schon mit kleinen Teleskopen lassen sich beeindruckende Beobachtungen. In dieser AG werdet Ihr den Sternenhimmel und seine Beobachtung mit Amateurteleskopen kennenlernen, eigene Fotos von fernen Galaxien /Nebeln machen und einen Einblick in moderne, wissenschaftliche Messmethoden bekommen. Wenn das Wetter passt können wir uns natürlich in der Praxis versuchen. Es sind keine Vorkenntnisse oder Ausrüstung nötig.

Faktisch ziemlich praktisch – Die ,,PAST-AG“

AG-Bericht aus dem ASL 2018 von Nikolai und Nikolaj

Zweifellos bietet der von Sternen übersähte Nachthimmel in Masserberg ein wahres Spektakel für den Hobbyastronomen. Jegliche Faszination für die Objekte des schier unendlichen Universums nützt jedoch wenig, wenn man sich nicht am Sternenhimmel zu orientieren weiss. Darum ist die AG ,,Praktische Astronomie“ im Rahmen des Astronomischen Sommerlagers 2018 (ASL) besonders für angehende Amateurastronomen rundum sinnvoll gewesen.

Geleitet wurde die AG von Jan Beckmann. Er studiert gegenwärtig theoretische Astrophysik an der Universität in Heidelberg. Inhaltlich befasste sich die Gruppe mit den Grundlagen der Himmelskunde und der richtigen Auswahl des Beobachtungsinstruments. Die zum Teil tiefgehenden physikalisch/mathematischen Erklärungen wurden durch eine ungezwungene Gruppenatmosphäre aufgelockert.

Am ersten Tag der AG befasste sich die Gruppe mit verschiedenen Teleskoptypen und den dazugehörigen Montierungen. Es wurde ersichtlich, dass sich Teleskope grundsätzlich in Refraktoren und Reflektoren unterteilen lassen. Beide Instrumente weisen spezifische Vor- und Nachteile bei der Beobachtung auf. Refraktoren gelten als Spezialisten der Planetenbeobachtung wohingegen Reflektoren bedingt durch die verhältnismäßig große Öffnung eher für Deep-Sky-Objekte geeignet sind. Als Deep-Sky-Objekte werden alle Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems bezeichnet.

Während des zweiten Tages diskutierte die Gruppe astronomische Objekttypen und Anforderungen an ihre Beobachtung. Dabei spielen sowohl der Standort als auch die Himmelsqualität eine entscheidende Rolle. Nicht zuletzt ist die Helligkeit des zu beobachtenden Objektes für den Hobbyastronomen ein wichtiger Indikator. Aus diesem Grund erklärte Jan Beckmann das Magnitudensystem, dass mathematisch konzipiert wurde um Himmelsobjekte in eine logarithmische Skala einzuordnen. Der Gruppe wurde zudem ausführlich erklärt, welche astrophysikalischen Beobachtungen der schon lang diskutierten Dunklen Materie zugrunde liegen. Ohne jene Dunkle Materie wären diverse vermessene Rotationskurven von Spiralgalaxien physikalisch nicht mehr plausibel zu erklären.

Am darauffolgenden Tag beschäftigte sich der Kurs hauptsächlich mit der Orientierung am Nachthimmel. Es wurde das Planetariumsprogramm ,,Stellarium“ verwendet, mit dessen Hilfe festgestellt werden konnte, ob bestimmte Objekte sichtbar waren und welche astronomischen Kenndaten für geplante Beobachtungsprojekte relevant sind. Ergänzend erfrischte ein kleiner Exkurs zu astronomischen Datenbanken (vgl. calsky.org) die AG-Zeit.

Am letzten Tag der AG befasste sich die Gruppe genauer mit der Astrofotografie. Zunächst wurde die Funktionsweise verschiedenster Sensoren erklärt. Es wurde deutlich, dass die essentielle Datenreduktion mittels sogenannter Biasframes unerlässlich ist, um zu einem ansehnlichen astrofotografischen Ergebnis zu gelangen. Die erlernten Verfahren wurden von der Gruppe unmittelbar an dem Objekt M33 erprobt. Auch kleinere Abstecher in die Quantenmechanik blieben den Teilnehmern nicht gänzlich erspart. Es wurde thematisch diskutiert, wie mithilfe des ,,Stackings“ aus Einzelaufnahmen aussagekräftige Astrofotografien gemacht werden.

Zusammenfassend wurde in der AG ,,Praktische Astronomie“ viel über die Grundlagen der nächtlichen Beobachtung gelernt. Jene Menschen die die Faszination für die Objekte des schier unendlichen Universums gepackt hat, wissen sich seit der AG bzgl. der Orientierung am Nachthimmel neu zu helfen. Wir bedanken uns im Namen der Gruppe recht herzlich bei unserem AG-Leiter!