Sibirische Sonnenfinsternis

Sibirische Sonnenfinsternis

Am 24.7. startete die jugendliche Sibirien-Expedition am Berliner Hauptbahnhof. An Bord war bereits die Hälfte der Mannschaft: 150 Jugendliche aus Deutschland, davon 10 % junge AstronomInnen von der VEGA - der Rest der Gruppe rekrutierte sich aus mehreren Schulgruppen, einer Kirchengemeinde, des Nachwuchses der Hamburger Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks (THW)... Organisiert war die Reise federführend von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch.

Nach der fünftägigen Anreise per Zug nach Novosibirsk trafen wir auf 150 russische Jugendliche und warteten auf die Sonnenfinsternis. Zwei Tage vorher kappte ein Gewitter für kurze Zeit die Stromversorgung im Lager. Am unmittelbaren Vortag war es auch noch verregnet. Doch dann kam mit dem neuen Monat am ersten August auch der Sonnenschein! Unter strahlend blauem Himmel sahen wir die verfinsterte Sonne mit einer typischen Minimumkorona: nach Osten zwei ausgedehnte Strahlen, nach Westen ein konusförmiger Strahl - daneben Merkur, Venus, Saturn, Mars, Arktur. Eine riesige Protuberanz schmückte den Sonnenrand.

Die beiden Fotos (von Andrej Kadarnb Osjorsk) zeigen den Blick durchs Teleskop unserer russischen Freunde, die eigens zu diesem Event eine Parade neunzehn fabrikneuer Geräte auf unsere Wiese gestellt hatten. Novosibirsk ist schließlich eine von zwei Optik-Hauptstädten Russlands!

Im Sonnenmuseum der Stadt hat ein Holzschnitzer Sonnendarstellungen vieler Kulturen weltweit nachgebildet. Die Abbildung unten zeigt, wie sich die alten Völker Russlands das Himmelsschauspiel "erklärten": In Irkutsk glaubte man, ein riesiger Elch stelle sich vor das Tagesgestirn und wir Menschen müssten ihn mit Pfeil und Bogen fortjagen.

Heute ist man natürlich weit entfernt von derlei Vorstellungen und alle Beteiligten genossen das Himmelsschauspiel als großartiges Ereignis, das auf uns Menschen - egal, welcher Nationalität - eine gewaltige emotionale Wirkung hat: Optimal auch im Sinne des deutsch-russischen Jugendaustausches, denn die gemeinsame Erfahrung ließ zahlreiche Freundschaften wachsen! Seit gestern sind wir zurück und die E-Mail-Leitungen glühen.


Ein Bericht über die ganze Fahrt findet sich bei SpiegelOnline!


Die VEGA dankt der Firma astromedia für die Spende einiger Sonnenfinsternisbrillen und Bastelbögen zum guten Gelingen des Rahmenprogramms. Die Firma Baader Planetarium ermöglichte uns mit der Spende von Filterfolie auch sichere Feldstecherbeobachtungen der Sonnenfinsternis.

Vielen Dank auch allen anderen Helfenden wie: Nina Mut (Haupt-Orga des VEGA-Teams), Benjamin Spatz (DRJA) für Besorgung der finanziellen Unterstützung, Elena von Fumetti (DRJA) für die Organisation der Reise bis Novosibirsk, Mathias Burghardt (DRJA) für großartige Show-Einlagen und das Aufgreifen eines dt-russ. Jugendprojekts aus astronomischen Gründen, Tobias Murböck (Orga-Team der VEGA)