15. Tag: 23. August

Ich wusste es. Ich wusste schon die ganze Zeit, dass sie existieren; doch ein Weckruf am Samstag um Punkt 5 Uhr morgens, bei dem alle Telefone des Hauses zu klingeln begannen, brachte mir den entscheidenden Hinweis: Die unsichtbaren roten Dinosaurier existieren!!!

Ich wurde dazu auserkoren, sie bei ihren finsteren Machenschaften unterstützen, bei ihrem Plan, die Herrschaft über das Riegel-System an sich zu reißen. 

Aber warum hatte gerade ich, eine einfache Herbergsmutter aus dem schnuckligen Städtchen St. Andreasberg, diese ehrenvolle Aufgabe übertragen bekommen? Eigentlich war es ja offensichtlich: Zwei Wochen lang hatten sich die Teilnehmer und Leiter eines sogenannten „Astronomischen Sommerlagers“ bei uns einquartiert und wären uns fast auf die Schliche gekommen, weshalb ich ausgewählt wurde, um ihnen zu zeigen, wo ihr wirklicher Platz in diesem Universum war: nämlich ganz unten (wo sie auf den Knien meinen Fußboden schrubben dürfen, über den sie davor so rücksichtslos drübergetrampelt sind). 

Allerdings waren sie gerissener als gedacht: es war ihnen sogar gelungen, einen alles enthüllenden Beweisfilm zu drehen, und bei der Auswertung einer Umfrage des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz, Forstwirtschaft, Wildtierpopulation und Landesentwicklung stellte sich heraus, dass einzelne Teilis schon von den Dinosauriern oder von ihren Komplizen, den Thunfischen im Schafspelz, den Maulwürfen und den Space-Schnaken Wind bekommen hatten. 

Vor ein paar Tagen unterstützte uns auch das Krümelmonster und raubte den Teilis ihre wertvollen Vitamine (in Form von Gurken), sodass diese umso mehr geschwächt waren.  Es war auch kein Versehen, dass es fast immer zu wenig Schnitzel gab (wenn doch, dann bestanden sie aus Kohlrabi), der Kampf untereinander diente nicht dem Ziel, ihnen zu lehren, was es hieß, fair zu teilen, sondern sie gegeneinander auszuspielen.

Doch nun haben uns die meisten endlich verlassen, und so können wir unsere diabolischen Pläne dank weniger ausgelasteten Internets umso schneller umsetzen. Natürlich waren nach ihrer Abreise auch die Tische weit weniger verdreckt als bisher, sodass wir diese nicht mehr allumfassend reinigen mussten und damit noch mehr Zeit in unsere infernalistischen Machenschaften investieren konnten. Die ganz hartnäckigen trafen sich zwar noch zu einer Mitgliederversammlung ihres Vereins (ich vermute allerdings, dass es nur eine Tarnung für die Spionageeinheit ist, obwohl sie sich echt unauffällig und schläfrig verhalten haben), aber auch die werden bald fort sein.

So scheint es nunmehr sicher, dass die riegelanische Welt fortan unter dem Joch der unsichtbaren roten Dinosaurier zu leben hat und für immer für die Taten des einstigen Imperators Astrogatus Twix büßen wird. 


Bea und Marvin, aus der Sicht unserer Herbergsmutter, bei der wir uns hiermit auf unsere eigene Art ganz herzlich für die letzten zwei Wochen bedanken wollen, und die das tägliche ASL-Live-Schreiben so sehr lieben, dass sie immer noch nicht darauf verzichten wollen.




Hier kann man leider keine Zeitung mehr lesen... :(